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Diana und Babette mit vier Kindern, 2014/2015 Gastfamilie für Kwang aus Thailand

"Kwang hatte vor ihrem Aufenthalt bei uns noch nie Temperaturen unter 16°C erlebt - geschweige denn jemals Schnee gesehen. Bei so unterschiedlichen Lebensbedingungen und Kulturen war für sie anfangs jeder Tag ein Abenteuer. Schon deshalb spielte es dann gar nicht mehr so eine große Rolle, dass auch unsere Familie sich von anderen etwas unterscheidet. Im Alltag ist dieser Unterschied nicht zu erkennen. Wir leben, lieben, lachen und streiten genauso mit unseren vier Kindern wie andere Eltern auch. Kwang ist längst ein Teil unserer Familie geworden und uns allen sehr ans Herz gewachsen."

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Jano, aus Ungarn in Deutschland, 2013/2014

"Ich bin Jano aus Ungarn und ich bin derzeitig Austauschschüler in Nord-Deutschland. Wenn ich alles beschreiben sollte, würde ich sagen, dass: alles anderes, besser, schöner. Ich habe sehr viel hier, während meines Austauschjahrs erlebt, sehr viele schöne (schwule)Sache.

Ich erinnere mich auf meinen ersten Date in Deutschland. Das war Wahnsinn! Ich habe niemals in Ungarn erlebt, wenn zwei Männer in der Straße spazieren, nehmen einander Hand und küssen, einfach froh sein, passiert nichts. Wirklich nichts! In der Straße sind die Leute weiter gegangen und haben nichts gesagt, weil schwul zu sein total normal in Deutschland ist. Ich habe mich so wohlgefühlt, wie ich nie in meinem Leben, dass ich ohne Problem mit meiner Liebe in der Straße spazieren, küssen, seinem Hand nehmen kann.

Leider wären die Leute in Ungarn nicht in dieser Meinung sein. Sie würden uns verurteilen, dass wir Schwule sind und andere schöne Dinge zu sagen. Ich hatte Coming-Out vor meiner Abreise ca. 4 Monaten. Meine Mutti hat es sehr gut akzeptiert, aber mein Vater hat deswegen den Kontakt mit mir untergebrochen. Ich dachte, dass es kein Problem ist, hatte ich vorher auch nicht so viel mit ihm zu tun, es ist seine Sache.

Insgesamt: es ist wirklich gar kein Problem in Deutschland schwul/bi/lesbisch/trans zu sein. Die Leute akzeptieren sie und sie denken, dass die auch Leute sind, der Teil der Bevölkerung/Gesellschaft. Es spielt keine Rolle, was man ist. Das ist wichtiger, wer man ist.

Wann ich meine Bewerbung für AFS geschrieben habe, hatte ich leider nicht da drin geschrieben, dass ich schwul bin. Jetzt denke ich, dass es besser wäre, wenn ich es erwähnt hätte, dann ich vielleicht minus ein Gastfamilienwechsel habe. "Die Leute, die mit der Homosexualität nicht getroffen haben, dürfen sie noch lernen, wie es geht." - sagten Andrea und Shuggi, die zwei Leiterin vom QueerTausch. Ich fand es sehr gut, dass hinten mir noch eine Hilfe steht - AFS und QueerTausch. QueerTausch ist eine sehr gute Erfindung für die Austauschschülern, die "besonderes" sind, Sie versuchen immer irgendwie helfen, wenn jemand mit dem kontaktet. Wann ich neue Gastfamilie brauchte, haben sie zusammen mit AFS für mich eine gesucht. So ich empfehle sehr gerne, mit dem den Kontakt zu übernehmen! =)

Sei wer du bist und sei froh, dass du bist!"

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Maria, aus Kolumbien in Deutschland, 2013/2014

1. Wann und wo warst du im Ausland?

2013-2014 in Deutschland.

2. Wusstest du schon bei deiner Bewerbung, dass du bi-, trans- oder homosexuell bist?

Ich wusste es schon, aber die Austausch Erfahrung gab mir die Kraft, das zu akzeptieren.

3. War deine sexuelle Orientierung oder sexuelle Identität während deines Aufenthalts ein Thema für dich?

Ja, war eigentlich eine der wichtigsten Themen für mich, besonders am Anfang des Austauschjahr, weil man zu viel Zeit für sich selber hat.

4. Falls du ein Coming-Out hattest: Wie waren die Reaktionen deiner Umwelt (Gastfamilie, Freundeskreis, AFS-Leute, -Betreuende, Schule bzw. Projekt)?

In Deutschland war alles einfacher, als ich es dachte. Sowohl mein Freundeskreis, AFS-Leute, Betreuende, Schule usw. als auch meiner Gastfamilie haben es ganz egal genommen, ich meine ganz normal, nicht als etwas die man nicht sein sollte, sondern als etwas die kein Problem hat, etwas das einfach natürlich ist. Das hat mich sehr froh gemacht.

5. Wie hat dein Umfeld in deinem Heimatland reagiert?

In Kolumbien, ich habe mein Coming-Out nur mit mein Freundeskreis gehabt und es war richtig gut. Leider bin ich noch nicht stark genug, um das meinen Eltern zu erzählen.

6. Was hat dir geholfen? Was hättest du dir gewünscht?

Deutlich mein Austauschjahr, QueerTausch, meine Freunde aus Kolumbien und die anderen Austausch Schüler, darunter einige, die durch die gleiche Situation gegangen sind. Ich glaube es ist alles wie es sein sollte, ich hätte mir nicht anderes gewünscht, es kommt wie es kommt, und wie es kommt kommt es gut.

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Norbert und Thomas, 2013/2014 mit Gastsohn Ethan aus den USA

"Für uns war es ganz wunderbar, dass wir die Möglichkeit hatten, einen Sohn für ein Jahr bei uns in der Familie willkommen heißen zu können. Für uns war es eine wichtige Erfahrung als schwules, verheiratetes Paar einen Sohn zu haben, der auch schwul war.

Wir konnten von Ethan sehr viel lernen, weil er, aufgrund seines Alters und seiner Herkunft (er kam aus New York) eine ganz andere schwule Sozialisation aufwies. Wir konnten lernen, dass in dieser Altersgruppe zwischen homo- und heterosexuell nicht mehr so unterschieden wird. Für Ethan war es wichtig, dass er sehen konnte wie ein schwules Paar lebt und innerhalb des nachbarschaftlichen, familiären und beruflichen Umfeldes akzeptiert und toleriert wird. Er konnte uns als Vorbilder akzeptieren und ein weiterer sehr wichtiger Aspekt war, dass er sich bei uns nicht outen brauchte. Er konnte sich direkt sehr wohl fühlen.

Ich selber hätte nie gedacht, dass aufgrund meiner sexuellen Orientierung es möglich gewesen wäre jemals einen Austauschschüler aufnehmen zu können. Deswegen war ich Mitte der Neunzigerjahre sehr erleichtert als ich erfuhr, dass eine deutsche Austauschschülerin für ein Jahr bei einem schwulen Paar in den USA leben würde. Dies hat mich sehr ermutigt und beflügelt, das gleiche irgendwann auch mal tun zu können. Deswegen bin ich sehr froh, dass AFS uns im letzten Jahr diese Möglichkeit gegeben hat."

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George G., aus Puerto Rico in der Schweiz, 1987/1988

We are interested in the following questions:

1. When and where were you abroad?

1987-1988 from AFS Puerto Rico to AFS Switzerland.

2. Did you already know that you were bisexual, transsexual or homosexual when you applied?

No. I, and the bullies and the girls I fancied (who always loved me as "brother") knew I was "different" but I could not put a name to it. Also, the image in those days of homosexuality (the less-of-man ridicule or effeminate man) was not one I recognized myself. What I did know is that I did not treat girls or boys with any difference; i.e. if I cursed in front of boys, why not in front of girls; or I found boys and girls attractive, but never shared it with anyone.

3. Was your sexual orientation or sexual identity a topic for you during your time abroad?

Yes and no.  My exchange year was in the spirit of cultural awareness and achievement of a peaceful world after being a teenager during the awful days of the Reagan years!  However, when I saw the Aids "MOMOL" Campaign in Gymansium and posters on the SBB in Zürich, and the lack of sexual repression and honesty of the Swiss in dealing with HIV/AIDS prompted my curiosity of topics of sexuality.  Living under the systematic puritanical attitude of the USAmerican society towards homosexuality and HIV/AIDS---and the obscene obfuscation and denial of this crisis by the Reagan administration!---and being in a country like Switzerland that was not taking any chances of assuming that only homosexual men were in peril of acquiring he disease opened my eyes to an exploration that I had not taken seriously because the exploited stereotypes of what a homosexual man was in the eyes of the USA media, which was incompatible with my social attitudes and personal demeanor of how I saw myself as a man that just happened to be homosexual.

4. If you had a "coming out," how did the people in your surroundings react (host family, friends, fellow AFSers, AFS volunteers, school or other activity groups)?

I did not come out to myself during my exchange year. I still fancied girls, but went out to Zürich and had "experimental adventures" but did not have the courage to pursue further staying in contact with these "mentors". However, a fellow AFSer, who told me his brother was homosexual, had proposed to have sex on our last night before our departure. I was very conflicted, because I did want to be "that close" to him, but thought it was a trap. His offer was as a way to culminate how close we had been as friends, and this was the ultimate demonstration of that closeness. Why then I thought it was a trap? Because I was not sure if he wanted me to find out if I was homosexual like his brother and then reveal to others, or what.

5. How did the people in your home country react?

I came back with more liberal ideas about sexuality, but resumed being in the closet as the same masculine images I saw in Europe were not present back home, or I did not know how to further my understanding of who I was and how to escape societal conditioning of who I was supposed to be. It was not until I left my homeland  for post-graduate studies in the USA that I finally was able to "sort myself out" at least four years after I left my graduate-school program.

I never made my sexuality a topic, let alone with AFS USA. The first thing I did once I moved from my university town to my work city was all AFS and volunteer. The local teams that welcomed me regarded me as young man that fancied blondes Scandinavian women - because I did. Then slowly I was growing up out of my social conditioning of marriage, and the perfect delay to this were my studies and fancying a group of women not easily accessible in Puerto Rico, let alone the places in the USA where I lived.

6. What helped you? What did you wish you had had?

That is hard to answer; I am Gen-X AFSer. I have never introduced myself to AFS students as: "My name is José, and I am homosexual." However, through my years of volunteering in the USA, in reading interview questions that asked about relationships I would say "...if your girlfriend/boyfriend?" whether they were boys or girls; which I had learned from a younger returnee that would do interviews with me of prospective candidates. Thereafter, I would always include in my local team and Outbound Orientations language to make all aware, straight or not-straight, of the fact that they could encounter homosexuals and lesbians that were not the stereotype they have been exposed to by the media; or to not assume that because men kissed or women held hands in public that these were signs of homosexuality, etc. I also added to the old "10% of you will marry each other ..." popular legend within AFS, the "... and 5% will discover you are homosexual". Maybe language like that in our forms, interviews and orientations would have helped me. Now I make sure I do for others.

One thing I have to say, is that the USA is a bit far from this... After I finally came out, which was not too big fanfare, as again I never made an issue or use my sexuality as a political banner; a student used my relationship to demonize me being homosexual and hosting him as a temporary-host parent in order to allow the student - whom I was his liaison to - avoid being sent back home for "fucking up" (is the only term appropriate to what he did) relationships with his host family in just 3-weeks of arriving to the AFS local team I had volunteered for AFS USA for more than 10 years at the time. My then bf - a YFU alumni -was part of the volunteers for two years when this happened and as I introduced this YFU alumni, everyone "figured" out who and what I was, and no one showed any contempt for us. It was the AFS management and members the area team my local team was part of, who allowed that to happen. No apologies have ever been said. I still volunteer, but not at the local level; only on D-Day and Outbound Orientations for AFS USA students going to AFS Switzerland.

Julia, Gastschwester im Aufnahmeprogramm

"Meine Gastschwester aus den USA besuchte uns nach ihrem Austauschjahr bei uns und brachte ihren Freund mit, mit dem sie die ganze High-School-Zeit zusammen war. Er und ich freundeten uns gut an und besuchten uns viele Male, auch als meine Gastschwester und er sich trennten. In diesem Jahr besuchte er mich zusammen mit seinem Partner. Meine Gastschwester hat letztes Jahr mit ihrer Partnerin einen Sohn bekommen. So kann sich alles ändern."

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Weitere Erfahrungsberichte

aus den Bereichen "Schulaustausch Sending" oder "Freiwilligendienste".